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Historische Entwicklung der Gemeinde

Kayhude war in seinem Ursprung eine Stelle des zum Gut Borstel gehörenden Meierhofes Heidkrug, der im 14.Jahrhundert angelegt worden sein dürfte. Seinen Namen bekam der Ort Anfang des 19. Jahrhunderts. Eigenständige Gemeinde wurde er 1867. Bis vor etwa 100 Jahren wurden Segeberger Gips, Naher Ziegel, Findlinge, Holz und Torf auf sogenannten Alsterböcken auf der Alster nach Hamburg geschifft. In Kayhude gab es sogar eine kleine Schiffswerft. Bis zum Ende des 2.Weltkrieges bestand der Ort aus weiträumiger Streubebauung mit überwiegend kleinen Bauerngehöften und nur wenigen größeren Bauernhöfen. Heute gibt es einen Ortskern, der durch Einfamilienhausbebauung geprägt ist. Naherfurth und der Bereich Heidkrügerfeld mit der Straße nach Bad Oldesloe haben Ortsteilcharackter. Das gemeindliche Leben entfaltet sich in einem reizvollen Gemeindezentrum. Kindergarten, Feuerwehr, eine Dreifeld-Tennisanlage, Veranstaltungsräume und eine Arztpraxis gehören dazu. Entlang des Bolz- und Spielplatzes führt ein Wanderweg zur Alster und weiter in den Rader Forst. Die Gemeinde arbeitet gegenwärtig an dem Projekt "KAYHUDE 2000 plus". Es soll beispielhaft Wohnen und Arbeiten miteinander verknüpfen. Geplant sind etwa 30 bis 40 Wohneinheiten und etwa 2500 qm Fläche für Gewerbe, Handel und Dienstleistung. Von der Bundesstraße aus eröffnet sich hinter einem Gewerberiegel der Wohnbereich hin zum Kayhuder Moor. Nach seiner Fertigstellung wird es Kayhude eine nachhaltige Entwicklung im Sinne der AGENDA 21 sichern helfen. Kayhude hatte zu Beginn des Jahres 2000 rund 1000 Einwohner.




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Jahresarbeit 1965/1966 von Gerhard Matthiessen

Um 1805 siedelte der Graf von Borstel, dem das Moor gehörte, "Moorhufrnbauern" an.
Eine Moorhufe bestand aus einem Strohdachhaus, einem Pferd, ein paar Kühen und dem Land. Die größe des Ackers war eine Hufe, d.h. soviel Land, wi eien Pferd am Tag umpflügen konnte. Der Bauer konnte aber Land hinzugewinnen, er stach Torf.
Dort wo er den Torf weggestochen hatte, konnt er Getreide ansäen. Der Bauer bekam seine "Hufe" nicht geschenkt, er mußte jährlich drei "Scheffel" und etwa 1000 Torf an Borstel als Zins für die Hufe abgeben.
Diese Zinsen , bzw. Abzahlungen , wurden in späteren Jahren in Geld umgewandelt.
So zahlten einige Bauern in Kayhude noch 1950 Zinsen an Borstel. 1953 wurde das bezahlen eingestellt und der Bauernhof gehörte nun ganz seinem Besitzer. Nach 100 Jahren hatte sich mit den Moorhufen manches geändert. Bei manchen Hufen wurde das Land verkauft und der Besitzer ging auf Arbeit, oder ein Bauer auf der anderen Hufe hat das Land aufgekauft und somit sein Besitz vergrößert. Das ganze Moor ist noch nicht aus dem Besitz des Grafen von Borstel.
1928 verkaufte der Graf den rest des Moores an H. Seimers, einem großen Landwirt aus Renzel. Außerdem bekam jeder Besitzer einen großen Torfplatz von 3000 Quadratmeter auf dem der Hausbesitzer ein paar Schafe hielt und seine Feuerung für den Winter bezog.
Nach dem ersten Weltkrieg siedelte sich auf dem Moor eine Torfindustrie an. Ein riesiger Torfbagger auf Schienen grub sich in Moor . Die 30 cm, die die Kulturbehörde vorschrieb, sind notwendig, sonst konnte man das Moor später zu guten Weideland kultivieren.

Das Moor war immer noch hoch mit Heide bewachsen. Seimers ließ das Moor abbrennen. Eine Fläche von 1,5 km Heide brannte ab.
Der Torf wurde auf Loren an die Trocknungsstellen gefahren, um von dort später nach Hamburg transportiert zu werden. Diese Firma machte nach der Währungsreform Konkurs.
Vom Moor waren etliche Kubikmeter Torf nach Hamburg geschickt. Der Torfbagger durfte den Torf nur bis auf 30 cm abbauen, dies schrieb die "Kulturbehörde" vor. Der Bagger hatte aber schon Raubbau betrieben und war an einigen Stellen 4 Meter tief gegangen. Hier entstanden dann später die "Moorkuhlen".
Hier eine der gefährlichen "Moorkuhlen"

Den ganzen Sommer 1929 brannte das KayhuderMoor. Wenn Westwind war konnten die Kayhuder Einwohner nicht die Haustüren öffnen, so eine starke Rauchentwicklung war vorhanden. Mit rieseigen Pflügen hinter großen Traktoren ließ Seimers das Moor umpflügen.
Noch heute kann man die Aschschicht ungefähr 30 cm unter dr Oberfläche erkennen.
Es wurde Hafer gesät. Das Land brachte damals noch nichts ein und so verkaufte Seimers 1931 das Moor. Die Käufer waren der jetzige Moorhof; ein Landarbeiter Ellerbrock; der "Alte Martens"

Im zweiten Weltkrieg wurde kaum auf dm Moor gearbeitet. Aber nach dem Krieg 1945 wurde es wieder rege auf dem Moor. Die Angestellten der Finanzämter von Hamburg stachen auf dem Kayhuder Moor Torf für die Finanzämter und für sich selbst. Das Finanzamt baute sich eine Baracke, wo das Werkzeug und die Arbeitskleidung untergebracht wurde. Tagsüber diente die Bude als unterstand zum Essen.
Als die Zeiten besser wurden, heizte man wieder mit Kohle und auf dem Kayhuder Moor wurde es ruhiger.

1965 stachen nur noch wenige Bürger Torf. Die meisten Torfbänke sind überwuchert von Büschen und Gräsern.

Das Kayhuder Moor ist nicht nur für den Biologen und Chronisten interessant, auch jeder Naturfreund kann dort Erholung und Freude finden. Der Lärm der Autos und Maschienen ist da nicht zu hören.

Hier hört man Vögel singen und sieht Rinder grasen, alles strahlt Ruhe und Zufriedenheit aus. Ist es nicht schön am Rande einer Moorkuhle zu sitzen und Möwen und Enten bei ihren Treiben zuzusehen.

Wenn es Abends schummerig wird, kommen die Rehe aufs offene Feld und man kann, bei ruhigen Verhalten, lange das Rudel Rehe belauschen.
Das Gequake der Frösche und der einsame Schrei einer Eule kündet uns dann den Abend und die Nacht

ENDE


Gerhard Matthiessen